Spezialtipp

Schwetzinger SWR Festspiele RETRO

Bild: SWR/Marco Borggreve

Donnerstag, 20:03 Uhr SWR2

SWR2 Abendkonzert

Schwetzinger SWR Festspiele RETRO

"Les Passions de l'ame", Konzert vom 10.5.2018. Kristian Bezuidenhout, Cembalo

Tagestipp

Heute, 22:00 Uhr MDR KULTUR

Der rote Orpheus

Von Renate Beckmann Ernst Busch war ein wandlungsfähiger Sänger. Man nannte ihn den "Barrikaden-Tauber" und den "roten Orpheus", wegen seiner politischen Bindung und wegen seiner Stimme. Er stammte aus einer Kieler Arbeiterfamilie, wo ihm die Anschauung von der Welt quasi in die Wiege gelegt wurde. Der junge Schauspieler und Sänger landete im aufregenden Berlin der zwanziger Jahre bei Erwin Piscator und seinem politisch- engagierten Theater. Bald scharten sich Autoren und Komponisten um ihn. Busch war an allen Brennpunkten dabei, sang auf den Massenversammlungen der Arbeiter wie bei den Internationalen Brigaden im Spanienkrieg. Die Nationalsozialisten hatten ihm wegen Vorbereitung zum Hochverrat den Prozess gemacht. In der Anklageschrift hieß es: "Hat durch Gesangsvorträge den Kommunismus in Europa verbreitet." So einer ließ sich natürlich nicht ohne weiteres von einem Funktionär wie Ulbricht dirigieren. Busch war der personifizierte Widerstand gegen den Dogmatismus in der Kunst, den das Politbüro verordnet hatte. Es kam zum Eklat. Die Kulturbürokratie wollte ihn totschweigen, verstaatlichte seinen Verlag "Lied der Zeit". Regie: Angelika Perl; Katrin Martin Produktion: SFB-ORB 1999 Sprecher: Werner Rehm Katja Teichmann Uta Prelle (54 Min.)

Konzerttipp

Heute, 21:05 Uhr NDR Blue

NDR Blue In Concert

Das tägliche Radiokonzert - Heute mit The Limiñanas (2/2) und ALA.NI Die britische Künstlerin war schon als Backgroundsängerin bei Damon Albarn und Mary J. Blige zu hören, hat eine Kollektion auf der London Fashion Week gezeigt - aber vor allem macht sie auch eigene Musik: Eine Mischung aus Jazz und Singer-Songwriter-Pop. Wir haben für Sie das Konzert von ALA.NI vom 23. September 2016: Da trat sie im Rahmen des Reeperbahn Festivals im Imperial Theater auf.

Hörspieltipp

Heute, 20:00 Uhr NDR kultur

Hörspiel

Ruf der Wildnis Nach dem gleichnamigen Theaterstück von Sören Vioma basierend auf dem Roman "The Call oft he Wild" von Jack London Komposition: Andreas Bick Regie: Cordula Dickmeiß Mit Nico Holonics NDR 2018 Jack Londons Roman "Ruf der Wildnis" wurde 1903 veröffentlicht und begründete Londons Karriere als Abenteuerromancier. Die Geschichte vom Hund Buck, der aus besten Verhältnissen in Kalifornien nach Alaska entführt wird, um dort als Schlittenhund im Epizentrum des Goldrauschs zu arbeiten, ist eine Parabel auf den Überlebenskampf unter schlimmsten Bedingungen. Als Bucks letzter Herr stirbt, "folgt er dem Ruf, wird was er niemals war, wird Wolf". Was Buck widerfährt, ist die Geschichte einer fatalen, unerbittlich fortschreitenden Entzivilisierung. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Hörspiel

Featuretipp

Heute, 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Mehr ist Mehr

Maximalismus in der Musik(2). Gestaltung: Thomas Mießgang "Pump up the Volume" hieß ein Popsong aus den 1980er Jahren: Das Volumen aufpumpen, den Sound verstärken, die Klangvision aufblasen: Das waren zu allen Zeiten und in allen Genres immer schon Optionen, die von Musikschöpfern gerne genutzt wurden: Ob es sich nun um die "Symphonie der Tausend" handelt, mit der Gustav Mahler am Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art orchestrales Heavy Metal veranstaltete oder um die "Wall of Sound", die Phil Spector mit vielfach übereinander gelegten Tonspuren im Charts-Pop der 1960er Jahre auftürmte. Ob es um den brüllenden Free Jazz geht, den John Coltrane mit seiner Big Band-Klangorgie "Ascension" von der Leine ließ oder um die immersiven Ganzkörpererlebnisse des Psytrance-Musik, mit der gigantische Raves beschallt werden. Das "Mehr ist Mehr" einer maximalistischen Musikvorstellung hat, gerade auch im Vergleich zum "Weniger ist mehr" des Minimalismus immer wieder Konjunkturen erlebt, mit einem Sinnesrausch, dessen Programm auf die totale Überwältigung des Publikums abzielt. Das kann durch nachgerade übermenschliche Komplexität wie bei den kaum noch dechiffrierbaren Kompositionen von Brian Ferneyhough genauso bewerkstelligt werden wie durch die ohrenbetäubende Laustärke der Drones von Phil Niblock der der Rockband SunnO))). Aber auch die akustischen Splitterbomben, die das Produktionsteam The Bomb Squad für die Rapper von Public Enemy produziert hat und das Helikopterquartett von Karlheinz Stockhausen, bei dem die Instrumentalisten hunderte Meter über dem Publikum kreisen, gehört in den maximalistischen Diskurszusammenhang. Es geht beim Klang-Maximalismus um akustische Superkräfte, die, mal elektronisch, dann wiederum durch schiere Massierung konventioneller Instrumente, entfesselt werden, um den Hörer zu verzwergen und im Flow mitzunehmen - man könnte auch von einem akustischen Safe Space sprechen, der einen trägt und beschützt, indem er alle anderen Klangsignale ausblendet und blockiert. Georges Bataille würde von der Aufhebung des Leides der Isolierung in der diskontinuierlichen Individualität durch das Aufgehen im kontinuierlichen Klangstrom der trance-induzierenden maximalistischen Sounds sprechen. Im Gegensatz zum Minimalismus, der an einer Mikrokalibrierung des Bewusstseins arbeitet, schaltet der Maximalismus die kognitiven Rezeptoren des wahrnehmenden Subjektes weitgehend aus und überschwemmt es mit dröhnenden Frequenzen, übermenschlicher Fingerfertigkeit, exzessiver kompositorischer Raffinesse oder bauchfellerschütternden Vibrationen, die das erotische Zentrum des Körpers stimulieren. Das ist faszinierend, wenn auch oft too much und kann auch gefährlich werden. Denn Musik, schreibt der Philosoph Arthur Schopenhauer sei "so sehr viel mächtiger und eindringlicher als die der anderen Künste: denn diese reden nur vom Schatten, sie aber vom Wesen."

Podcast

Deutschlandfunk

Nachrichten vom 03.06.2020, 14:30 Uhr

Autor: Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion Sendung: Nachrichten

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Deutschlandfunk Kultur

Rolltreppen ins Nichts

„Das hier ist die Zukunft und Sie können jetzt sagen, Sie sind dabei gewesen.“ Kultursenator Quickstedt führt eine Gruppe Journalisten über die momentan größte Baustelle Europas. Hier soll eine Cultural Event Mall entstehen, Deutschlands Antwort auf das Centre Pompidou de Paris. Private Investoren aus Hongkong und die öffentliche Hand betreiben das Projekt gemeinsam, doch gearbeitet wird schon seit einiger Zeit nicht mehr. Statt Bauarbeitern sehen die eingeladenen Journalisten überall nur Security-Mitarbeiter. Bald wird klar: Bauleiter Schmidtke ist verschwunden und mit ihm wichtige Unterlagen. Auf der Suche nach einer Erklärung brechen Lokalreporter Grimm und Volontärin Maja nachts in den künftigen Kulturtempel ein und laufen über gigantische Rolltreppen ins Nichts.

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